Yenbeser Village-Safari

Das lokale Leben

Auf meinen Reisen durch Indonesien spielt das Kennenlernen des lokalen Insellebens für mich immer eine grosse Rolle. Zu sehen, wie die Einheimischen ihren Alltag bewältigen, mit welchen finanziellen Mitteln sie auskommen müssen und zu hören, wo die kleinen und grossen Sorgen liegen, hat im Laufe meiner Reisejahre zunehmender mein Interesse geweckt. So hatte ich mir auch während meines Aufenthaltes auf Gam zum Ziel gesetzt, neben dem Familienleben im Homestay, einen Einblick in das gesellschaftliche Leben im nahe gelegenen Yenbeser Village zu erhalten.  

Bootsfahrt zum Village

Bereits am Tag nach meiner Ankunft sollte es mit dem lokalen Holzboot vom Batu Lima Homestay Richtung Yenbeser gehen. Die Fahrt war traumhaft schön. Das Boot glitt über klares, türkisfarbenes Wasser dahin, ständig taten sich Sandstrandbuchten auf, die zum kurzen Zwischenstopp inklusive Fotoshooting einluden, linker Hand aus dem Meer aufragende paradiesische, palmenbewachsene Inselchen, die ebenfalls Lust auf eine Erkundung versprühten.

lokales Boot in Raja Ampat

Nach etwa 20minütiger Bootsfahrt tauchte dann das ersehnte Yenbeser Village auf. Der Empfang war wie so oft in Raja Ampat etwas Besonderes. Am Strand stand ein kleines Mädchen mit einem herzlichen, schüchternen  Lächeln und hiess mich wortlos auf das freundlichste Willkommen.papuanisches Mädchen

Dorf-und Schulbesuch

Anschliessend ging es zusammen mit meinem Bootsführer Matthew Richtung Dorf. Sofort viel mir auf, dass die Papuaner eine gewisse Zurückhaltung gegenüber Touristen zeigen, jedoch war mir das nach meiner Anreise aus dem touristischen Bali gar nicht so unangenehm. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie viele Frauen, sich unterhaltend, vor ihren Holzhäusern sassen, einige waren dabei, ihre Kinder zu entlausen, andere lachten verhalten zu uns herüber, manche hoben sogar die Hand zum Gruss. Alle warteten sie wohl auf ihre Ehemänner, die bald vom Fischfang zum Essen nach Hause kommen würden. Weiter ging es durch das kleine Inseldorf Richtung Schule. Da ich beruflich an einer Schule in der Schweiz arbeite, interessieren mich die schulischen Gegebenheiten in Indonesien sehr. So auch hier in Raja Ampat. Ich weiss noch genau, wie ich vorsichtig in den Englischunterricht einer altersgemischten Oberstufenklasse eintrat. Das Tafelbild wirkte auf mich, als ob die Schülerinnen und Schüler bereits über ein breites Sprachwissen verfügen. Nun bat mich der Lehrer, mich kurz vorzustellen. Da ich dies jeweils gerne und auch aus Respekt auf indonesisch tue, fragte ich ihn, ob er dies so wünsche. Er bat mich jedoch um eine kurze Vorstellung auf Englisch. Ich redete ziemlich viel und der Lehrer forderte anschliessend die Kinder auf, sich mir mit Namen vorzustellen. Ich war sehr berührt und wollte noch mehr von ihnen wissen. Also begann ich, jeden Einzelnen nach seinem Alter zu fragen. Ich merkte jedoch schnell wie schwierig es plötzlich für die Schülerinnen und Schüler wurde, adäquat auf meine Fragen zu antworten und beendete die Unterhaltung sanft. Der Lehrer verabschiedete mich höflich und mit allergrösstem Respekt. Ich bin sehr dankbar, dass mir diese wundervollen Begegnungen mit Menschen aus anderen Kulturen vergönnt sind.

Schulklasse in Papua

„Begegnungen, die die Seele berühren, hinterlassen Spuren, die nie ganz verwehen,“ -unbekannt-

Nach dem Schulbesuch spazierten Matthew und ich gemütlich zur Anlegestelle des Bootes, von wo es von magischer Stille untermalter, atemberaubender Natur vorbei zurück zum Homestay ging. 

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